Pflege von Angehörigen – was ist zu beachten?

 

In der häuslichen Pflege ist die Coronavirus-Pandemie eine zusätzliche Herausforderung für alle Beteiligten. Der tägliche Ablauf ist gestört. 

 

Bei der Pflege von Angehörigen ist darauf zu achten, dass weder der pflegebedürftige Mensch noch die Pflegeperson angesteckt wird.

Deshalb ist äußerste Sorgfalt angesagt.

 

Der pflegebedürftige Mensch sollte nur Termine außerhalb der Wohnung wahrnehmen, die wirklich dringend notwendig sind. Damit kann eine Infizierung eingeschränkt werden.

 

Falls Sie als Pflegeperson ausfallen, sollte schon rechtzeitig nach Ersatz (andere Familienmitglieder, Freunde, Nachbarschaftshilfe usw.) umgeschaut werden, damit die Versorgung des Pflegebedürftigen sichergestellt ist.

 

Prinzipiell wäre es wichtig, dass die Pflege – wenn möglich – aufgeteilt wird. Vielleicht können Sie sich mit Geschwistern abwechseln, um die besondere Herausforderung selbst auch so gut wie möglich zu überstehen.

Arzt- und Therapietermine, die nicht unbedingt erforderlich sind, sollten abgesagt werden.

 

Verzichten Sie als Pflegeperson soweit möglich auf die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und meiden Sie große Menschenansammlungen.

Sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige sollten trotz allem soziale Kontakte pflegen, aber auch hier wieder nur über Telefon, Skype usw. Gerade in einer solchen Krisensituation sind die sozialen Kontakte sehr wichtig!

 

Tagespflege macht zu:

Wer übernimmt bei Berufstätigen die Pflege?

Viele pflegenden Angehörigen sind berufstätig. In Verbindung mit der Tagespflege lässt sich das normalerweise auch gut stemmen. Die hilfebedürftigen Menschen sind dann an einem oder mehreren Tagen in der Tagespflege.

Doch mittlerweile haben viele Tagespflegeeinrichtungen geschlossen. Was tun, mit den pflegebedürftigen Angehörigen, den dementen Senioren? Wie kann nun der Job mit der Pflege kombiniert werden?

Für bestimmte Personengruppen gibt es bei verschiedenen Pflegeeinrichtungen Ausnahmeregelungen. Die Einrichtungen haben für die betreffenden Personen Notbetreuungen. 

 

Hilfe und Unterstützung bei der Pflege

In schweren Zeiten müssen wir alle zusammenstehen. Wenn der Pflegedienst nicht mehr kommt, Sie selbst aber zur Arbeit müssen, muss für Alternativen gesorgt werden:

Gibt es Möglichkeiten, die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten?

Können andere, gesunde und nicht gefährdete Angehörige oder Freunde bei der Pflege mit aushelfen?

Welche Möglichkeiten bieten die Gemeindeverwaltungen, Caritas, DRK, Nachbarschaftshilfe usw. an?

 

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung:

Wenn Sie nun selbst zuhause bleiben müssen, haben Sie die Möglichkeit, der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung von bis zu max. 10 Arbeitstagen zu beantragen. Dazu muss ein genehmigter Pflegegrad vorliegen. Auf Antrag können Sie Pflegeunterstützungsgeld beantragen. Klären Sie VORHER mit der Pflegekasse, ob bei Ihnen ein Anspruch besteht.

 

Home-Office:

Bei vielen Arbeitnehmern ist das Arbeiten im Homeoffice möglich. Für viele pflegenden Angehörigen sicherlich übergangsweise eine gute Möglichkeit, häusliche Pflege und Job zu verbinden.

Achtung: Es besteht kein rechtlicher Anspruch auf HomeOffice, es sei denn, es wurde im Arbeitsvertrag entsprechend geregelt.

 

Verhinderungspflege:

Wenn Sie nicht selbst pflegen können, haben Sie die Möglichkeit, Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen. Sollten Sie diese weniger als 8 Stunden pro Tag benötigen, können Sie über die sogenannte stundenweise Verhinderungspflege abrechnen. Dabei wird Ihnen das Pflegegeld nicht gekürzt.

 

Sie haben Fragen dazu? Rufen Sie uns gerne an: 02161 2944955

 

 

(Quelle: https://www.pflege-durch-angehoerige.de/coronavirus/)