· 

Weltautismustag 2018

Der Weltautismustag 2018 findet auch in diesem Jahr am heutigen 02. April statt. Der internationale Gedenktag soll Menschen mit dem Thema Autismus konfrontieren, sie informieren und dabei helfen Vorurteile abzubauen. Zahllose Veranstaltungen auf der ganzen Welt machen den heutigen Tag zu einem willkommenen Werkzeug für gemeinnützige Organisationen für die Unterstützung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Noch viel wichtiger sind jedoch die unzähligen Kommentare und Meinungen von Menschen im Autismus-Spektrum selbst sowie deren Familien, die den Weltautismustag so wertvoll machen.  

von André Volkmann

Weltautismustag 2018: ein Kommentar

Weltautismustag 2018

Es mag befremdlich wirken, wenn es in einer aufgeklärten Gesellschaft einen besonderen Gedenktag bedarf, um sich der alltäglich Herausforderungen einer Gruppe von Menschen bewusst zu werden. Und dennoch gehört der jährliche Weltautismustag zum Inventar zahlreicher Organisationen, die sich für Menschen im Autismus-Spektrum und deren Bezugspersonen einsetzen. Der von den Vereinten Nationen im Jahr 2008 erstmals begangene Tag ist ein willkommenes mediales Instrument, um Menschen auf der ganzen Welt mit dem Themenbereich Autismus-Spektrum-Störung in Berührung zu bringen. 

 

Eines sollte bei all den gut organisierten Veranstaltungen nicht vergessen werden: die Menschen, über die wir an diesem Gedenktag sprechen - meist leider ohne direkt mit ihnen zu sprechen. Und so verwundert es kaum, dass auch der Weltautismustag 2018 ein Tag der offenen und stillen Proteste ist. So vielfältig wie die Aktionen rund um den Globus ausfallen, so zahlreich sind auch die mahnenden Worte von Menschen im Autismus-Spektrum, sich mit ihnen und nicht mit ihrem Entwicklungsphänomen zu beschäftigen.   

 

Menschen im Autismus-Spektrum stoßen in ihrem alltäglichen Leben oft auf soziale Ablehnung oder Unverständnis für ihre als sonderbar geltenden Verhaltensweisen oder Handlungen; sie werden mit Vorurteilen konfrontiert, die in einer aufgeklärten Gesellschaft keinen Platz haben dürfen. Es ist das breite Spektrum an Erscheinungsformen, das das Thema Autismus für viele Menschen so wenig greifbar macht. Das mangelnde Interesse, sich intensiv mit dem Autismus-Spektrum, vor allem aber den Menschen im Autismus-Spektrum, auseinanderzusetzen führt zu einer zusätzlichen gesellschaftlichen Herausforderung, die jeder Einzelne für sich annehmen sollte. 

 

Viel wichtiger als der Weltautismustag selbst sind die vielen Tage, die nicht der Weltautismustag sind - und das sind immerhin 364.

 

Man kann die Kampagne hinter dem Weltautismustag nennen wie man möchte: im Kern geht es immer um ein vorurteilsfreies, uneingeschränktes Miteinander. Um die Öffentlichkeit für das Thema zumindest zu sensibilisieren, haben die Vereinten Nationen im Jahr 2007 den Weltautismustag beschlossen, der seitdem jährlich am 02. April stattfindet. Menschen im Autismus-Spektrum und Organisationen mit diesem Themenspektrum als Berührungspunkt sind an dem heutigen Tag dazu aufgerufen über das Phänomen Autismus zu informieren. Gleichzeitig steckt hinter jeder verbreiteten Information, hinter jedem Versuch zu sensibilisieren der Aufruf für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

Betroffene begegnen dem heutigen Gedenktag meist nicht ohne eine gesunde Portion Selbstironie oder Zynismus: verfolgt man den Weltautismustag 2018 in den sozialen Medien, so wird das besonders deutlich.

Es geht Menschen im Autismus-Spektrum nicht um Mitleid, sondern um Unterstützung und Interesse.

Jeder Einzelne, der sich ehrlich mit dem Themenspektrum Autismus auseinandersetzt, fördert nicht nur seine Bildung, sondern hilft aktiv "Behinderungen im Alltag" abzubauen, die für Menschen im Autismus-Spektrum manchmal nur deshalb entstehen, weil sie auf Unverständnis oder Vorurteile treffen. Der Weltautismustag 2018 soll ein Aufruf an die Gesellschaft sein, ihre soziale Umgebung so zu gestalten, dass Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen an ihr teilhaben können.

Wir laden alle Leserinnen und Leser dazu ein, über das Thema zu diskutieren und eigene Erfahrungen zu äußern: hier in den Kommentaren oder auf Facebook.

 

Viele Grüße,

Ihr Team von achtsam e.V.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0