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Empirische Studie zu Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit ASS

Autismus Studie TU Dortmund

Victoria Reul-Kallenberg studiert Sonderpädagogik an der Technischen Universität Dortmund. Ihre Masterarbeit wird das Thema "Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung" in den Mittelpunkt der wisschaftlichen Ausarbeitung stellen. Frau Reul-Kallenberg hat dazu einen Fragebogen entwickelt, der Diskriminierungserfahrungen und Vorurteile erfassen soll, die Menschen im Autismus-Spektrum in ihrem Alltag erlebt haben. Sämtliche Daten werden anonym verarbeitet. Spätere Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich.

Den Fragebogen können Sie bei Interesse hier herunterladen. Auf insgesamt 13 Seiten sollen Antworten auf verschiedene Fragen zu Diskrimierungserfahrung von Menschen im Autismus-Spektrum mithilfe einer Likert-Skala erfasst werden. Für Fragen wenden Sie sich bitte direkt via E-Mail an Frau Reul-Kallenberg. Die Datenerfassung läuft bis zum 30. April 2017.

Zu den Hintergründen: Rund 7,3 Millionen Menschen mit einem Grad der Behinderung von 50 und mehr leben in Deutschland. Das entspricht knapp 9 Prozent der Bevölkerung. Durch diese Statistik erfasst werden lediglich die amtlich festgestellten Behinderungen. Menschen, die aufgrund einer Erkrankung in ihrer Teilnahme am täglichen Leben beeinträchtigt werden, aber keinen gültigen Schwerbehindertenausweis besitzen, fallen aus dem Rahmen der statistischen Erfassung. Die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung vollzieht sich meist leise und schleichend. Offene Anfeindungen sind eher Ausnahmen, aber auch diese kommen vor.

Menschen im Autismus-Spektrum werden trotz anerkannter gesellschaftlicher Normen ausgegrenzt. Stereotype Wahrnehmungsmuster lernen bereits Kinder kennen: Wenn Märchen etwa körperliche und geistige Abweichungen als bösartig widerspiegeln. Bereits frühe Lernerfahrungen festigen stereotype Denkmuster, die sich auch im Erwachsenenalter kaum oder gar nicht ablegen lassen.

Im Gegensatz zu offensichtlichen Vorbehalten, sorgen vor allem implizite Vorurteile dafür, dass Menschen im Autismus-Spektrum von ihren Mitmenschen grundsätzlich als leistungsschwächer und sozial inkompetenter beurteilt werden. Um Stereotypien zu durchbrechen, muss man diese zunächst erkennen.

Herzliche Grüße
Ihr Team von achtsam e.V.

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